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"Jeder Mensch hat seine guten Seiten, man muss nur die schlechten umblättern."
E. Jünger

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Gestatten, mein Name ist Paul

Na gut, Paul möchte endlich in Bonvivante hinein. Soll sein, schließlich lebt er schon etliche Jahre mit uns und hat vielerlei zu erzählen. Nasreddin Paul, wie er mit vollem Namen heißt. Wie es dazu kam? Also Nasreddin, sein Vorname, kommt daher, dass Paul in Smershashad aus dem Ei gekrochen ist. Smershashad finden Sie auf keiner Landkarte, dazu ist es zu unbedeutend.

Ein unbedeutendes Örtchen unweit von Samarkand, der Stadt, die noch unter Timur als schönste und bedeutendste der Welt galt. Das war so um 1400 herum, also kaum 600 Jahre her. Auch heute noch ist Samarkand eine märchenhafte Stadt, wenn wir einmal von dem Betonring an Vorstädten aus der Sowjetzeit absehen wollen. Aber ich will ja nicht von Samarkand der Glanzvollen berichten, sondern von Pauls Geburtsort Smershashad und seinem Namenspatron Nasreddin Hodscha. Ihm allein verdankt nämlich Smershashad seinen Platz in der Weltgeschichte, wenn schon nicht auf der Weltkarte. Denn nahezu eine Stunde lang soll sich Nasreddin auf einer seiner Reisen entlang der Seidenstraße in Smershashad aufgehalten haben, um dort in Ruhe und Abgeschiedenheit seine Notdurft zu verrichten. Smershashad hat ihm das nicht vergessen, und so werden noch heute zahlreiche Täuflinge in Smershashad mit dem Vornamen Nasreddin ausgestattet. So auch Paul.

Seinen Nachnamen verdankt Paul einem bundesdeutschen Touristen, einem gewissen Rösner. Der hatte mit seiner Reisegruppe kurz in Smershashad Halt gemacht, weil es da eine Familie zu besuchen gibt, die aus Maulbeerbaumrinde schöne bunte Papiere macht. Und diese Familie war ausgerechnet jene, bei der Paul aus dem Ei gekrochen war. Es blieb ihr auch nichts anderes übrig, als Paul bei sich aufzunehmen, denn Pauls Eltern hatten sich fluchtartig aus dem dort reichlich vorhandenen Staub gemacht, als sie den Frischgeschlüpften hilflos in einer Wolke davon herumflattern sahen.

„Soll das vielleicht ein Pfau sein?" rief Rösner seiner Frau zu, doch statt ihr antwortete beflissen der Papierfabrikant - offenbar wollte er mit Rösners eine Geschäftsbeziehung aufbauen. „Ja ja, Paul" rief er zurück, seine usbekische Zunge vermochte „Pfau" nicht anders zu artikulieren. „Nasreddin Paul" bestätigte er gleich mehrmals eifrig - und damit hatte Paul für alle Zeiten seine beiden Namensteile weg.

Hier, in Bonvivante, wo wir ihm hoffentlich noch öfter begegnen werden, wollen wir uns aber auf „Paul" konzentrieren. So werden Sie nicht Gefahr laufen, Nasreddin Paul mit seinem Namenspatron Nasreddin Hodscha zu verwechseln. Damit das nicht passiert, sollten Sie übrigens die 666 wahren Geschichten über Nasreddin Hodscha nachlesen - Sie werden großes Vergnügen damit haben!

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