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"Jeder Mensch hat seine guten Seiten, man muss nur die schlechten umblättern."
E. Jünger

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Von Feen, Venedigermandln und Dackeln in siebzehnter Generation

Wer im Ausseerland unterwegs und einschlägig interessiert ist, begegnet ihnen vermutlich auch, ohne das Buch zu lesen. Anderen wiederum, die ihr Leben noch nicht zur Gänze der völlig anders gestalteten Faszination imaginärer Welten von High-Tech-Filmen und Computerspielen verschrieben haben und noch Bücher lesen, deren Plot  ganz ohne Mobiltelefone, Blackberrys und Internet ihr Auslangen finden, verhilft die Lektüre möglicherweise zu einer neuen Sicht auf die Landschaften dieser Gegend und allen ihnen innewohnenden Gestalten - denn dass in der Narzissenwiese die Elfen hausen, Fels und Stein der umliegenden Gebirge von Waukerln und Venedigermandln geordnet und bewacht werden, im See von Wasserthal, der ortsansässige Wassermann regiert und in der  im Abendsonnenschein rot aufglühenden Trisselwand Rosalia die Salige beheimatet ist, darüber besteht im Grunde keinerlei Zweifel mehr, wenn man sich von Barbara Frischmuth aus der Welt der Enterischen einen Schritt hinaus in die sagendurchwobene Region von Amaryllis Sternwieser und die sie umgebenden Geister und Wesen begibt - inklusive ihrem Dackel Max Ferdinand in siebzehnter Generation.

Und diese Wesen existieren lange, viel länger, als das in Menschenjahren auszudenken ist;  daher erleben sie auch viel - wenn auch nicht unbedingt immer Dinge, an die sie sich gerne erinnern. Sie sind den Menschen, den sogenannten Enterischen, durchaus zugetan, begleiten sie über die Generationen und wachen über ihre Schicksale - so auch über die Frauen aus dem Geschlecht derer von Weitersleben, die ihren Namen ausnahmslos in weiblicher Linie und ehelos von Tochter zu Tochter vererben. Aber es weht etwas Endzeitliches über diesem Land und seinen Bewohnern; im Fluss der Jahre und Jahrhunderte ist die Kluft zwischen den Welten, fast unmerklich erst, gewachsen, lockert sich immer mehr der bunte Faden, der ihrer beider Schicksale verknüpft bis hin zur auftauchenden Frage, ob für die Wesen der Zeitpunkt nicht gekommen sei, sich auf die nächsten Tausende von Jahren ganz in die Dinge selbst zurückzuziehen und die Welt allein den Menschen und ihren immer seltsameren Sitten und Gebräuchen zu überlassen.

Sophie Silber, Schauspielerin, die vorläufig letzte von Weitersleben und längst in vielen großen Städten dieser Welt zu Hause, erhält von einer alten Freundin der Familie eine mysteriöse Einladung, für einige Tage an den Ort ihrer Kindheit zurückzukehren. Sie folgt dem Ruf, unsicher, was sie dort erwartet. Ihre Begegnung mit Amaryllis Sternwieser und den sie umgebenden Wesen und Erscheinungen wird für beide Figuren, für die Welten, für die sie beide stehen, zum Katalysator, der ihren Lebensbahnen den Anstoß zu neuen Richtungen und Impulsen gibt. Und dann wären  da ja auch noch Amy, und später Kai ... aber, wie die Autorin sagen würde - das sind andere Geschichten.

 

Image of Die Mystifikationen der Sophie Silber
Barbara Frischmuth,
Die Mystifikationen der Sophie Silber.
318 Seiten, ISBN 3746617952
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