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Zwei Dinge bedeuten mir Leben: die Freiheit und das Objekt meiner Liebe.
Voltair

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„Even in my Underpants I feel different“

Was haben Spaghetti, das Gurugita und die magische Zeichnung eines balinesischen Schamanen gemeinsam? Ganz einfach: sie sind drei der Bausteine, aus  denen eine Frau - Amerikanerin, Mitte dreißig, gerade rosenkriegartig geschieden - ihr neues Lebensglück zusammenbaut. Klingt merkwürdig? Ist es auch - im wahrsten Sinne des Wortes:

der Weg ist es würdig, dass man ihn sich merkt, wenngleich abzusehen ist, dass er in dieser Form nicht für alle gleichermaßen beschreitbar wäre. Aber das ist ja auch nicht notwendig - wäre vielmehr ganz verkehrt, denn jede(r) muss mit den eigenen Elementen arbeiten, sie sich selbst zusammensuchen oder auch vom Leben in den Schoss legen lassen, um daraus seine ureigene Schnitzeljagd zu gestalten; allerdings: hat man ein derart außergewöhnliches Beispiel vor Augen, nimmt die Verlockung deutlich zu, es vielleicht einmal selbst auf unkonventionellere Weise zu versuchen, als mit den üblichen, möglicherweise schon ein wenig müde dreinschauenden Methoden... Nicht, dass es durchwegs einfach wäre.

Es gehört schon eine ordentliche Portion Vertrauen in die grundlegende Zugewandtheit des Universums „seinen" Kreaturen gegenüber dazu und die prinzipielle Bereitschaft, dem Leben, in was für Situationen es einen auch führen mag, grundsätzlich positive Absichten zu unterstellen. Denn so eine Wanderschaft kann einen leicht in abgelegene Bereiche führen, sowohl geographisch als auch innerseelisch, und da ist es möglicherweise hilfreich, wenn sich zum Urvertrauen eine ordentliche Prise Humor gesellt, einige Milligramm der vielbeschworenen Leichtigkeit des Seins und nicht zuletzt Neugier auf Fremdes, das leicht ins Befremdliche kippen kann, um dennoch letzten Endes  in den sich heimatlich-windgeschützt anfühlenden Gefilden von menschlicher Verbundenheit, tiefer Zuneigung und weltumspannender Freundschaft anzukommen.

Manchmal genügt es auch, einfach das wirklich wahrzunehmen, was einem das Leben in seinem Reichtum und seiner Fülle unablässig so zukommen lässt - sei es durch einen neuseeländischen Dichter-Installateur, einen texanischen Birkenstock-Vertreter  oder einen kleinen nervenden indonesischen Plagegeist, der einem wiederholt die aufrichtigsten Meditationsbemühungen vermasselt. So kann es dazu kommen, dass ein spontaner Handstand mitten in der Nacht auf dem obersten Plateau eines Turmes in einem entlegenen indischen Ashram zur Manifestation dessen wird, was das Menschsein auch bedeuten kann: „Sowas - ein Handstand - ist nichts, was eine körperlose, abgehobene Seele einfach machen kann, aber ein Mensch kann es. Wir haben Hände, wir können auf ihnen stehen, wenn wir das wollen. Das ist unser Privileg. Das ist das Wunderbare an einem sterblichen Körper. Und das ist auch der Grund, warum Gott uns braucht. Weil Gott es liebt, wenn er Dinge durch unsere Hände fühlt."

Eines jedenfalls wird bei der Lektüre dieses Buches ziemlich rasch klar: Glücklichsein ist, das wird von vielen missverstanden, keineswegs ein Luxus, sondern vielmehr eine Pflicht, die man dem Universum schuldig ist; ist man glücklich, hört man auf, ein Obstakel für das Gesamtwohlbefinden auf Erden zu sein - und, was das Schöne daran ist: man ist obendrein auch noch einfach glücklich!

 

 

 

Image of Eat Pray Love: Eine Frau auf der Suche nach allem quer durch Italien, Indien und Indonesien
Elizabeth Gilbert,
Eat Pray Love: Eine Frau auf der Suche nach allem quer durch Italien, Indien und Indonesien.
480 Seiten, ISBN 3833304731
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It is also important to consider the differences. Most especially in arts. - Steven Wyer

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